Friday, January 06, 2006

Der Strommix machts!

Inzwischen müssen Stromanbieter auf den Abrechnungen aufschlüsseln, welcher Strommix geliefert wurde und welche Umweltauswirkungen dieser hat.

Laut einer Aufstellung der Tageszeitung* lieferte mir mein Anbieter 2004 einen Strommix bestehend aus 42% Strom aus fossilen Energieträgern (Erdgas) und 58% aus regenerativen Energieträgern. Der prozentuale Anteil an fossilen Energieträgern ist im Vergleich zum Strommix konventioneller Anbieter, wie EnBW (30%) oder EON Hanse (35%) höher, denn diese liefern ja einen Großteil fast CO2-freien Atomstrom.

Interessant wird es, wenn man betrachtet, wie viel CO2 pro Kilowattstunde erzeugt wurde. Für meinen Anbieter sind dort 109 g/kWh angegeben, während EnBW und EON Hanse auf 283 g/kWh bzw. 260 g/kWh kommen. Bedeutet, dass für die Erzeugung meines Stroms die fossilen Energieträger wesentlich effizienter eingesetzt wurden als bei den beiden konventionellen Anbietern. Durchschnittlich wurden in Deutschland 550g/kWh CO2 erzeugt.

Dazu kommt, dass für meinen Strom 0g Atommüll pro kWh anfallen, während bei EnBW und EON Hanse z.B. 0,0014g/kWh bzw. 0,0015g/kWh anfallen.

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bekam in 2004 übrigens jeder Anbieter 6,3% Ökostrom zugewiesen. D.h. nur was darüber hinausgeht hat der Anbieter auch in Eigenleistung erzeugt. Bei EnBW und EON Hanse lag der Ökostromanteil jeweils bei 15%. Bedenkt man aber, dass an der Strombörse eingekaufter Strom mit dem europäischen Mix bewertet wird und so auf dem Papier 13% Wasserkraft enthält, auch wenn dieser zu 100% aus Atom oder aus fossilen Brennstoffen erzeugt wurde, enthalten die angegebenen 15% Ökostrom sicher einen noch geringeren Anteil aus Eigenleistung als 8,7%.

Angesichts des Klimawandels kann es nur einen Weg geben, nämlich den hin zum Ausbau der regenerativen Energieträger Wind, Wasser, Sonne. Atomstrom steht für mich angesichts des Endlagerproblems und des Gefahrenpotentials nicht zur Debatte, genauso wenig wie die CO2 freisetzenden fossilen Brennstoffen.
Unser Umweltminister Gabriel erzählte heute im DLF, dass die Reichweite des Energieträgers Uran z.B. nur bei 20-65 Jahren liegt, und der Abbau zum Ende der Zeitspanne auch noch immer teurer wird. Die langfristige Lösung unserer Energieprobleme kann also nur in den Regenerativen Energien zu suchen sein. Einen Ausbau der Atomenergie brauchen wir in Europa jedenfalls nicht.

Laut Abrechnung meines Anbieter habe ich übrigens durch den Bezug des Stroms dort 610kg CO2 nicht freigesetzt. Wie die darauf kommen muss ich aber noch in Erfahrung bringen.

*taz vom 15.12.2005, Seite 8

3 comments:

Lera said...

Hi Robberto,
Guten Morgen!
Dank für das Besichtigen meines Aufstellungsortes, wünsche ich Ihnen auch ein glückliches neues Jahr!

Hope my german is understandable!

Marcela said...

Du kannst Stromanbieter wählen? Wow...
That was my first thought. There's so much to say about energy. We all live in such an inconscious way, wasting all resources. Energy, water and also food. Can we make a difference? I hope so.

Roberto said...

Hi Marcela,
that's one of the good things of the EU, that we can now choose our energy provider. I can also look up my current Strommix.
Du hast so recht, wir müssen mit der Natur und ihren Ressourcen verantwortungsvoller umgehen. And I'm sure we will make a difference, if we want to!

Hi Lera,
thank you! Yes I understood your german :)